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PM zur Berufung im 'Chamleon-Prozess' 05.03.07

Am heutigen Montag fand vor dem Potsdamer Landgericht das Berufungsverfahren wegen schweren Landfriedensbruches gegen Michael Gent und Danny Leszinski statt. Diese waren im Sommer 2005 fr einen Angriff auf das Haus des gemeinntzigen Jugend- und Kulturvereins Chamleon e.V. verurteilt worden. Sie hatten zu Silvester 2002/2003 gemeinsam mit einer Gruppe von Neonazis das Gebude zunchst mit Raketen und Bllern beschossen und in der Folge die Fensterlden aufgerissen. Mit Hilfe von Holzstangen, Kisten und Papierkorbeinstzen zerstrten sie 42 kleinteilige Fensterscheiben des unter Denkmalschutz stehenden Hauses.

Zu Beginn des heutigen Prozesstages befragte die Richterin die beiden Angeklagten nach ihrer politischen Gesinnung, beide gaben an rechtsgerichtet zu sein.
Auf die Frage wieso er diese Gesinnung vertrete gab der Angeklagte Gent, welcher in Handschellen vorgefhrt wurde, aufgrund einer Verurteilung im TRAM-Prozess, die Antwort: "Ist halt so". Aus Protokollen einer Hausdurchsuchung ging hervor, dass er verschiedenste Devotionalien des NS-Regimes in seiner Wohnung hatte, u.A. Teile einer SA-Uniform, sowie ein Plakat Hitlers. Vertreten wurde er von dem bekannten Rechtsextremisten Wolfram Narath, ehemals Vorsitzender der verbotenen Wikingjugend. Der Angeklagte Leszinski trat heute, ohne die fr ihn sonst bliche, Begleitung von bekannten, gewaltbereiten Berliner Anti-Antifas in Erscheinung.

Zwei in der Tatnacht im Haus anwesende Jugendliche, schilderten vor Gericht das Geschehen eindrucksvoll und belasteten die beiden Angeklagten derart, dass es ihre Anwlte fr ntig hielten, in Absprache mit der Staatsanwaltschaft, die Berufung zurckzuziehen.

Damit ist das Urteil aus dem Sommer 2005 rechtskrftig, nach diesem wurde Danny Leszinski zu einem Jahr und zwei Monaten Haft verurteilt, der Angeklagte Gent wurde zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und fnf Monaten ausgesetzt auf zwei Jahre Bewhrung verurteilt, auerdem muss er 200 Arbeitsstunden ableisten und 500 an den Chamleon e.V. zahlen.

Dazu sagt Alexandra Paul vom ak_antifa_potsdam: "Die Tatsache dass beide Angeklagten schon in Haft saen, sich bisher jedoch nicht im geringsten einsichtig zeigten oder sich von ihrer Bereitschaft zu politischer Gewalt distanzierten, zeigt uns wiedereinmal, dass bei Nazis nur eine sehr geringe Chance auf Resozialisierung whrend der Haftzeit besteht. Deswegen muss diese Gesellschaft andere Konzepte im Umgang mit rechter Gewalt entwerfen."







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