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Protestaktion: Demonstranten verletzen Polizisten


MAZ [30.12.2011]
Hausbesetzer und Sympathisanten randalieren als Reaktion auf die Rumung in der Stiftstrae
Massiver Polizeieinsatz...Bildvergrerung

Massiver Polizeieinsatz...

POTSDAM / INNENSTADT - In Potsdam werden Erinnerungen an die gewaltsamen Auseinandersetzungen der Neunziger Jahre um Hausbesetzungen wach. Bei einer Demonstration der linken Szene in der Innenstadt sind am Mittwochabend zwei Polizisten angegriffen worden. Trotz starken Polizeieinsatzes die Beamten hatten die Verabredung im Internet gefunden entkamen die Tter unerkannt.

Zuvor hatten sich gegen 18 Uhr am Luisenplatz rund 70 Anhnger aus der Hausbesetzer- und Sympathisantenszene getroffen. Sie wollten gegen die Rumung eines Hauses in der Stiftstrae vom Dienstag sowie gegen hohe Mieten demonstrieren. Ein 25-Jhriger hatte die Demonstration gegen 17.30 Uhr bei der Polizei angemeldet. Ursprnglich sollten die mit Transparenten und Kochgeschirr ausgestatteten Teilnehmer ber die Zeppelinstrae zur Stiftstrae ziehen. Kurz vor Beginn nahmen die Protestierer aber nach Polizeiangaben die Anmeldung zurck. Die Protestierer zogen, begleitet von mehr als 70 Polizisten, durch die Brandenburger Strae und die Charlottenstrae. Dort kam es zu ersten Ausschreitungen. Es wurden Feuerwerkskrper gezndet und Mlltonnen umgestoen, sagt Heiko Schmidt, Pressesprecher der Polizeidirektion West. In Hhe der Lindenstrae griffen zwei der Demonstranten die Polizei an. Ein Beamter bekam einen Tritt in den Rcken. Eine Polizistin wurde durch Faustschlge im Gesicht leicht verletzt. Beide setzten ihren Dienst fort. Der Polizei gelang es zwar, die Identitt von 62 Personen festzustellen, doch die der Tter nicht. Es wurden Anzeigen wegen Beleidigung, Landfriedensbruchs, Krperverletzung, Verstoes gegen das Sprengstoffgesetz und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte aufgenommen.

Ein Arbeitskreis Recht auf Stadt wirft der Polizei vor, unverhltnismig hart vorgegangen zu sein. Vor allem die zur Verstrkung aus Berlin gerufenen 30 Beamten der Einsatzhundertschaft htten Menschen eingeschchtert und bedroht. Diese Vorwrfe weist Schmidt zurck. Unsere Manahmen waren auf der untersten Schwelle des Ntigen, sagt der Polizeisprecher. Man habe auf Deeskalation gesetzt, was zunchst auch funktioniert habe. Erst bei den ersten Straftaten sei die Polizei eingeschritten.

Gestern herrschte in der Brandenburger Strae wieder Alltag. Die Inhaberin eines Feinkostgeschfts in der Hermann-Elflein-Strae erinnert sich an die vielen Polizeiautos und mehrere dunkel gekleidete Personen mit Trillerpfeifen vor ihrem Laden. Das Anliegen der Demonstranten kann die Frau, die anonym bleiben mchte, verstehen: Bei den Mietpreisen hier sollten viel mehr Leute auf die Strae gehen, aber bitte ohne Randale. Boutiquebesitzerin Marianne Riedel hat gesehen, wie die Demonstranten Mlltonnen vor der Commerzbank in der Charlottenstrae umrissen. Ich habe fr sowas kein Verstndnis, sagt sie, schade um das Geld, das fr so einen Polizeieinsatz verschwendet wird.

Linksfraktionschef Hans-Jrgen Scharfenberg sagte, es gehe nicht darum, Missfallen an der Art des Protestes zu uern, sondern das Problem zu lsen, dass junge Menschen sich das Wohnen in Potsdam nicht mehr leisten knnten. (Von Christian Zielke)

Chronologie der Hausbesetzungen in Potsdam
Erste Besetzungen gab es 1989 in der Dortustrae 65.

Als Hausbesetzer-Hochburg galt Potsdam in der ersten Hlfte der 1990er Jahre. 1994 lebten bis zu 300 Menschen in 20 besetzten Husern.

Erste friedliche Rumungen gab es 1992 in der Menzelstrae 7.

Zu einer Gewalteskalation kam es im September 1993. Als die Polizei das alternative Kulturzentrum Tanz-Fabrik rumen wollte, zndeten die Besetzer ein Haus in der Gutenbergstrae an. Vermummte aus anderen besetzten Husern in der Gutenbergstrae bewarfen die Polizisten mit Steinen und Dachziegeln. 42 Menschen wurden festgenommen.

Als Reaktion darauf wurde einen Tag danach eine Villa in der Hegelallee 5 besetzt.

Im Februar 1994 eskalierte die Gewalt erneut. Bei einer Demonstration lieferten sich mehrere Hundert Hausbesetzer Straenschlachten mit der Polizei. Bilanz: 85 Festnahmen.

2008 wurde La Datscha Am Babelsberger Park besetzt

Derzeit gibt es in Potsdam legale Wohnprojekte in der Pasteurstrae, Zeppelinstrae und Dortustrae sowie die Wagenburg Hermannswerder.
Quelle: www.maerkischeallgemeine.de
    







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