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Chronik neonazistischer Aktivitten in Potsdam und Umgebung Juli bis September 2011


PM [3.1.2012]
Chronik neonazistischer Aktivitten in Potsdam und Umgebung fr den Zeitraum Juli bis Dezember 2011

Nachdem Anfang Dezember zahlreiche Fotos von vermeintlichen Demonstrant_innen, eines Spaziergang gegen Rechts, auf der Internetseite der Freie Krfte Potsdam auftauchten, kommen bei einigen Antifaschist_innen Erinnerungen an das Jahr 2003 auf, in dem die Anti-Antifa Potsdam mit einer sogenannten Outing-Seite fr Schlagzeilen sorgte. Dies zeigt einmal mehr, dass auch in der zweiten Jahreshlfte die Potsdamer Neonazis in der Landeshauptstadt nicht unttig gewesen sind. Die Quantitt sowie die Qualitt der Aktivitten ist noch immer erschreckend.

Seit geraumer Zeit machen Antifaschist_innen darauf aufmerksam, dass in Potsdam vermehrt Bedrohungen, Einschchterungen und gewaltttige bergriffe durch Neonazis stattfinden.1 Diese Tendenzen und Angaben knnen auch fr die zweite Jahreshlfte besttigt werden. Gleich mehrere solcher Taten ereigneten sich in den vergangenen Monaten. Vor allem der bergriff auf einen alternativen Jugendlichen in der Innenstadt, am Platz der Einheit, verdeutlicht einmal mehr, wie sicher sich Neonazis zurzeit in Potsdam fhlen und bewegen knnen, so dass es ihnen mglich ist skrupellos auf Jugendliche einzuschlagen.2
Im Stadtteil Babelsberg sind Potsdamer Neonazis ebenfalls aktiv. Vermutlich waren sie es, die im November 2011 den Gedenkstein fr den ermordeten Kommunisten Herbert Ritter auf dem Babelsberger Friedhof beschdigten. Nur einen Tage spter wurde ein alternativer Jugendlicher von Neonazis in Babelsberg attackiert. Er wurde beleidigt, geschlagen und bereits am Boden liegend getreten.3

FKP bleiben zentrale Akteure NPD scheintot AJP tot

Bei den organisierten Strukturen gibt es schon seit geraumer Zeit die Tendenz, dass sich die Freie Krfte Potsdam (FKP) als zentraler Akteur fr den Raum Potsdam herausstellen. Diese sind in der zweiten Jahreshlfte vor allem durch ihre Internetseite virtuell prsent, auf welcher sie regelmig Aktionsberichte und neonazistische Hetzartikel verffentlichen. Dazu kommen mehrfach Aktionen im Rahmen der Volkstod-Kampagne 4 oder zu Anlssen, wie dem Todestages des Naziverbrechers Rudolf He 5. Die FKP betreiben ebenfalls Anti-Antifa Arbeit und versuchen mit der Verffentlichung von Fotos,Menschen die gegen Neonazis demonstrieren, einzuschchtern. Damit wollen sie ihre Hegemonie im Stadtteil Waldstadt verdeutlichen und festigen .6

Sie sind es auch, die die Werde Unsterblich- Aktionen in Waldstadt und Babelsberg, sowie das Gedenken an den Nazi Herbert Schweiger im Potsdamer Park Sanssouci, organisierten und durchfhrten. Ebenso sind sie fr den Fackelmarsch am 9. November verantwortlich, bei dem ca. 30 bis 50 Neonazis durch Waldstadt zogen. Dass so ein Aufmarsch in der Landeshauptstadt mglich wurde, ist die Folge einer zunehmenden Aktivitt und Professionalisierung der neonazistischen Szene und im Besonderen der FKP. Weiterhin tragen ein mangelndes Problembewusstseins und fehlende Konsequenzen seitens der Stadt und der Zivilgesellschaft dazu bei. Aber auch die antifaschistische Szene Potsdams muss in diese Kritik einbezogen werden, ihr (Nicht-)Handeln reflektieren und nach neuen Konzepten suchen.

Neben den FKP sind die weiteren Neonazistrukturen aktuell nicht prsent. Die Alternative Jugend Potsdam (AJP) trat lediglich beim Gedenken fr den Nazi Rudolf He durch Schablonensprhereien in Erscheinung. Die Ortsfraktion der NPD ist seit dem Austritt ihres Stadtverbandsvorsitzenden Marcel Guse inaktiv. Die darauf folgende Mandatsniederlegung im Stadtparlament, aufgrund seines Umzugs nach Wittbrietzen, kann nicht als Schwchung der Szene bewertet werden. Guses Funktion und Kontakte werden weiterhin fr die Potsdamer Neonazis von Bedeutung sein. Verffentlichte Daten, die von seinem Handy stammen, verdeutlichen seine tiefe Verankerung in die bundesweite Neonaziszene.

Demoteilnahme lieber einzeln oder mit neuem Label, statt in alten Gruppen

Insgesamt kann keine konsequente Teilnahme einer Potsdamer Neonazigruppierung an Aufmrschen in diesem Jahr festgestellt werden. Es sind immer wieder Einzelpersonen, die gute Kontakte in bestimmte Stdte und Regionen pflegen.
Am 15.07.2011 wird das Label Sektion Potsdam erstmals als Signatur auf einem Transparent auf einer Neonazi-Demonstration in Berlin-Neuklln genutzt. Dieser Gruppenname wurde bereits 2009 auf neonazistischen Aufklebern verwendet, die in der Potsdamer Innenstadt zu finden waren. Abgebildet war ein Gewehr wie auch der Schriftzug Antifa Hunter.

Gerade nach den jngsten Vorfllen ist von einer Schwchung der Neonazi-Szene nicht zu sprechen. Im Gegenteil, sie bedient sich immer dreisteren Methoden und Aktionsformen um ihre Vormachtstellung in bestimmten Stadtgebieten zu manifestieren.
Die Potsdamer Zivilgesellschaft, linke Gruppen und Antifaschist_innen sollten weiterhin und verstrkt dafr einstehen, dass Neonazis keine Mglichkeit einer Ausbreitung und gewaltvollen Durchsetzung ihrer menschenverachtenden Ideologie haben.
Quelle: apap.blogsport.eu
    







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