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Presserklrung zu Potsdam22


PM AK RaS [11.8.2012]
Wie wir der Presse entnehmen durften, beklagt die Stadtverwaltung ein fehlendes Interesse der Potsdamer*Innen an der Mitwirkung an dem sogenannten Expertengremium Potsdam22. Whrend sich die Experten noch wundern, warum niemand mit Ihnen reden will erklren die Sprachrohre der Potsdamer Immobilienwirtschaft eil- und leichtfertig, dass diesja wohl bedeute, dass niemand Probleme mit zu hohen Mieten htte.

Dabei ist die Lsung doch so einfach. Dass Potsdam22 zur Lsung der Potsdamer Wohnungsnot genauso viel oder wenig beitragen wird,wie smtliche Workshops, Gesprchsrunden etc. der Stadtverwaltung bisher, also gar nichts, liegt so klar auf der Hand, dass man schon Potsdamer Demokratoder Mitglied eines Expertengremiums sein muss, um dies nicht zu erkennen,

Bei dem Projekt Potsdam22 ging es von Anfang an darum, das bestehende Elend des Potsdamer Wohnungsmarktes schnzureden und den sich zuspitzenden sozialen Konflikt in dieser Stadt tot zuquatschen. Dies machte sich schon in den Fragestellungen deutlich, ber die die Potsdamer*Innen im Forum von Potsdam22.de, dem Kernbestandteil des Projektes, diskutieren drfen.

Da wird gefragt, was darf ein Kinderzimmer kosten, wie viel Wohnraum braucht eine Familie etc. Es braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass die Empfehlung der Expertenkommission in Auswertung von Spruchweisheiten wie Geduldiger Schafe gehen viele in einen Stall und Platz ist in der kleinsten Htte am Ende lauten wird, dass sich die Leute einfach etwas mehr bescheiden sollen, dann gbe es auch kein Wohnungsproblem.

Perfide ist die Frage Alleinstehende Rentner in Vier-Raum-Wohnungauf dem Kiewitt, dreikpfige Familie in drei Zimmern in Drewitz. Ist das gerecht? Hier werden Rentner und Familien, also zwei Gruppen, die gleichermaen von der Potsdamer Wohnungsnot geplagt sind, gegeneinander in Stellung gebracht. Anstatt das extreme soziale Geflle in dieser Stadt zu thematisieren, sollen hier wohl die rmeren Bevlkerungsteile gegeneinander aufgehetzt werden.

Das Potsdam22.de dazu dient, die Potsdamer Mieter*Innen mit dem Verweis auf das Expertengremium ruhig zustellen und nicht dazu, ihnen zu helfen ihre Interessen selbst zu vertreten, wird auch an anderer Stelle offensichtlich.So finden sich in der Bibliothek kaum Materialien, die geeignet sind, von Mieterhhungen und Vermieterterror betroffenen Mieter*Innen Ratschlge zu bieten. Gerade die in Potsdam besonders relevante Kategorie Mieterschutz ist mit nur einer Broschre die am schwchsten bestckte der Bibliothek. Kein Wunder, dass sich Mieter*Innen nicht fr Potsdam22 interessieren.

Stattdessen ist es die Selbstorganisierung, der Zusammenschluss und der gemeinsamen Widerstand aller von Mieterhhungen und Verdrngung Betroffenen,die Vernderungen erzwingen werden. Dieser Prozess hat angefangen und entwickelt sich mal lauter, mal leiser weiter. In den von Vertreibungssanierungbedrohten Gewoba-Quartieren, in den Semmelhaackschen Schuhkartonbehausungen, in den Vierteln in denen man mit dem Namen Kirsch&Drechsler seine Nachbarnerschrecken kann kommen Menschen zusammen, zum Reden, zum Feiern, zum Diskutieren,zum Planen. Wozu sollen sie da noch Zeit mit Potsdam22 vergeuden?
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