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Bye bye Potsdam? Marcel Guse goes Landwirtschaft


PM ARP/U [29.11.2011]
Der Potsdamer Neonazi und, zuletzt parteilose, Stadtverordnete Marcel Guse hat sein Mandat im Potsdamer Stadtparlament niedergelegt [1]. Laut den Potsdamer Neusten Nachrichten tat er dies aufgrund eines Wohnortwechsels.
Wahrscheinlich wohnt Guse schon seit einigen Monaten im sdlich von Potsdam gelegenen Beelitzer Stadtteil Wittbrietzen, eine halbe Stunde von Potsdam entfernt. Dort arbeitet er in einem landwirtschaftlichen Betrieb. Dies belegen Bilder, die allem Anschein nach von Guses Handy stammen und vor einigen Wochen im Internet anonym verffentlicht wurden [2].
Neben einer Reihe verschiedener Bilder enthielten die verffentlichten Daten auch die Telefon- bzw. Kontaktliste Guses. Darin befinden sich neben den Telefonnummern bundesweit bekannter Neonazigren wie Udo Voigt, Christian Worch, Jrg Hhnel und Thomas Salomon auch zahlreiche Kontakte von Brandenburger und Potsdamer Neonazis. Es tauchen ebenso Privatnummern mit dem zustzlichen Vermerk Chiron auf, von denen es sich bei mindestens einer Person um einen Trainer der Kampfsportschule Chiron in Babelsberg handelt, auf. Dies lsst darauf schlieen, dass Marcel Guse dort selbst trainiert hat oder es immer noch tut.

Marcel Guse stand wohl auch mit Maik Eminger in Verbindung seine Nummer ist in der Liste ebenso vertreten. Auch waren sie beide anwesend, als am 16.02.2009 im Brgerhaus am Schlaatz eine Brger_innenversammlung zum geplanten Umzug des Asylsuchendenheims stattfand. Eminger hielt sich hier jedoch im Gegensatz zu Guse dezent zurck und beobachtete lediglich die Veranstaltung [3]. Neben ihm waren auch noch die Potsdamer JNler beziehungsweise Mitglieder der Freie Krfte Potsdam Carsten S., Thomas P. und Mirko K. anwesend. Maik Eminger ist Leiter des Sttzpunktes der Jungen Nationaldemokraten (JN) Potsdam [4]. Nach auen hin in dieser Funktion erkennbar, trat er in dieser Position jedoch nie in Erscheinung. Der Bruder von Maik Eminger Andr Eminger wurde am 24. November dieses Jahres im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) auf Maik Emingers Grundstck in Grabow (Mhlenflie) festgenommen [5]. Dies verdeutlicht, dass es auch Kontakte und direkte Verbindungen von Potsdamer Neonazistrukturen zur NSU gab. Auch bei Marcel Guse, der als einer der wichtigsten Akteure der Potsdamer Neonaziszene der letzten Jahre gilt, knnen (in)direkte Kontakte zur NSU nicht vollkommen ausgeschlossen werden.

Auf den verffentlichten Bildern, posierte Guse entweder vor dem Spiegel, vor landwirtschaftlichem Gert mit Schweierbrille oder vor einem Traktor. Er ist jedoch nicht nur auf solchen trivialen Bildern zu sehen. Auf einem posiert er vor dem Denkmal fr die ermordeten Juden Europas in Berlin, sich die Nase zuhaltend und lchelnd. Dies verdeutlicht einmal mehr seine schon oft erwhnte Nhe zur NS-Ideologie und seine Respektlosigkeit gegenber den Opfern der Schoa.

Bei den verffentlichten Daten ist weiterhin eine Liste mit Musiktiteln, die er offenbar auf seinem Handy hatte, aufgefhrt. In der Aufzhlungen finden sich bekannte Stcke wie Pack die Badehose ein oder Anita. Aber auch fr die Allgemeinheit weniger bekannte, jedoch in der Neonaziszene ebenfalls zu Klassikern gewordene Musik der Neonazibands Stahlgewitter, Sleipnir und Landser ist zu finden. Indizierter RechtsRock gehrt offensichtlich ebenso zu seinem Musikgeschmack wie deutsche Schlagermusik. Textpassagen, in denen die Rede von Alle Deutschen auf zum Krieg Gegen die Kanackenrepublik oder Schlagt sie tot, schlagt sie tot Schlagt die Kommunisten tot!, lassen auf seine gefestigte menschenverachtende Ideologie schlieen.

Marcel Guse ist ein menschenverachtender Neonazi, was sich auch durch seine Handydaten wieder besttigt. Er hat sich zwar aus dem Potsdamer Stadtparlament zurckgezogen jedoch deutet nichts darauf hin, dass er nicht weiterhin mit aktiven Potsdamer Neonazis im engen Kontakt steht und sich an Aktionen beteiligt. Er war in den letzten Jahren wichtigstes Bindeglied zwischen parlamentarischen Neonazis und Freien Krften. Seine Stellung ist nach wie vor nicht zu unterschtzen. Auch wenn er nicht mehr in Potsdam wohnt, heit dies noch lange nicht, dass er sich hier auch politisch zurckziehen wird.

[1]http://www.pnn.de/potsdam/597976/ Erschienen am 22.11.2011 auf Seite 7
[2]http://de.indymedia.org/2011/11/320470.shtml?c=on#c743452 bzw. http://uploadmirrors.com/download/JZOHPN97/media.zip
[3]http://inforiot.de/artikel/rassistische-statements-bei-buergerversammlung-am-schlaatz
[4]http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12213142/60889/%C2%A0Verfassungsschutz-informiert-in-Wiesenburg-ueber-Rechtsextremismus-Neonazis-auf.html
[5]http://www.tagesspiegel.de/politik/rechtsextremismus/mutmasslicher-produzent-des-terror-videos-in-u-haft/5881724.html ; http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,799624,00.html
Quelle: arpu.blogsport.eu
    







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