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Plattner lsst die Platte stehen


taz [5.7.2012]
Der Milliardr Hasso Plattner will seine Kunsthalle doch nicht in der Innenstadt Potsdams bauen. Klar wird aber: Es soll ein Privatgebude werden.von Uwe Rada

Da haben sie sich aber was aufgeregt, die Potsdamer. Die einen gingen fr eine neue Kunsthalle auf die Strae und fr den Abriss des Mercure-Hotels, einst Leuchtturm des sozialistischen Stdtebaus in der Bezirkshauptstadt. Andere wiederum waren gegen den Abriss des 17-stckigen Plattenturms und damit irgendwie auch gegen die Kunsthalle, die der SAP-Grnder Hasso Plattner dort errichten wollte.

Nun hat Plattner einen Rckzieher gemacht die Kunsthalle, in der er seine Sammlung der DDR-Kunst ausstellen will, soll nun auf seinem privaten Grundstck am Jungfernsee gebaut werden. Dabei kam ein Aspekt ans Tageslicht, der in der Debatte bislang kaum eine Rolle gespielt hatte.

Seine Kunsthalle, lie der Mzen in einem offenen Brief mitteilen, sei nmlich ein ffentlich zugngliches, aber kein ffentliches Gebude. Das htte selbstverstndlich auch fr Potsdams Mitte gegolten. Das klingt dann doch sehr nach friderizianischer Geste denn nach altruistischer Schenkung. Hotel versus Privatpalais, das war wohl die Alternative am Filetgrundstck gegenber dem neuen Landtag. Gut, dass es so nicht kam.

Dennoch bt sich Potsdams Elite nun im Zerknirschtsein. Eine solche Chance bekommt Potsdam nie wieder, trauerte TV-Moderator Gnther Jauch. Diese Stadt kennt statt Demut und Dankbarkeit nur Neid und Missgunst, grantelte Wolfgang Joop.

Das mag sein wenn Stadtplanung keine ffentliche Angelegenheit mehr ist, sondern das Werk gtiger Spender. Hasso Plattner, klger als die beiden andern, hat es eingesehen. Ich habe volles Verstndnis fr die vielen kritischen Stimmen der Potsdamer es ist ihre Stadt und bin berhaupt nicht traurig, dass es mit der Nachbarschaft zum Schloss nichts wird, schreibt er in seinem Brief.

Einen Wehrmutstropfen aber gibt es. Die Accor-Kette hat den Mietvertrag mit dem amerikanischen Eigentmer nicht verlngert. Bald wird das Hotel leer stehen. Die Abrisskosten, wenn gewollt, muss dann die Stadt bernehmen. Demokratie ist manchmal teuer.
Quelle: taz.de
    







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