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Anti-Wehrpflicht-Kampagne organisiert traditionell Gedenken mit Stadtverordneten ohne die Stadtspitze


MAZ [1.8.2012]
POTSDAM / INNENSTADT - Ein groer schner Mann sei Maximilian Dortu gewesen, heit es in einem zeitgenssischen Zeitungsbericht. Und weiter: Die linke Hand ans Herz gepresst, ist der Freiheitskmpfer am 31. Juli 1849 mit unverbundenen Augen durch ein Standgericht erschossen worden. An seinem gestrigen 163. Todestag gedachten zwei Dutzend Potsdamer dieses Sohnes der Stadt, der als Mitglied der Badischen Revolution von preuischen Soldaten in Freiburg hingerichtet wurde.

Wie jedes Jahr kommt die Gedenkinitiative nicht von der Stadtspitze, sondern von der Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militr, der sich Aktivisten der Antifa, der Whlergemeinschaft Die Andere, der Linkspartei und von Vereinen anschlossen. Lutz Boede, Mitinitiator der Anti-Wehrpflicht-Kampagne, und Linke-Kreisvorsitzender Sascha Krmer legten rote Rosen und andere Blumen vor der Gedenktafel an seinem Geburtshaus, der Max-Dortu-Grundschule, nieder. Hannes Pschel, Stadtverordneter fr Die Andere, lie das Leben Max Dortus Revue passieren. Der Student der Rechtswissenschaft hatte den spteren Kaiser Wilhelm I. in der Mrzrevolution 1848 als Karttschenprinz tituliert, weil dieser gedroht hatte, die Aufstndischen karttschen (niederschieen) zu lassen. Fr diese Beleidigung wurde Dortu verurteilt, dann aber freigesprochen. Die badische Revolution fand kein Happyend; Dortu, erst 23 Jahre alt, geriet in preuische Gefangenschaft und wurde hingerichtet. In Freiburg werde alljhrlich offiziell an den Kmpfer fr Freiheit und deutsche Einheit erinnert, sagte Pschel. An jenem kleinen Mausoleum, das Dortus Mutter am Erschieungsort errichten lie. Die hiesigen Stadtoberen indes pflegen eher schwarz-wei-rote Traditionen, huldigen Preuenprinzen und untersttzen den Wiederaufbau der Garnisonkirche, so Pschel. Fr Krmer ist Dortu wegen seiner Zivilcourage und seines Mutes noch heute ein Vorbild. Darum ist es schade, dass erneut kein Vertreter der Stadt gekommen ist, so Krmer. Potsdam brauche eine vielfltige, keine einseitige Gedenkkultur, denn es gebe neben Widerstndlern des 20. Juli und Hohenzollern auch Karl Liebknecht, Dortu und antifaschistische Kmpfer.

Fr Ute Meesmann vom Frderverein der Schule war Dortu aus preuischer Sicht ein Deserteur, aber so eine Sache hat immer zwei Seiten. Der Namensgeber sei in der Schule vielfach prsent. Unter anderem wird ein nach ihm benannter Preis an leistungsstarke Schler verliehen. Der Verein sammelt Geld fr die Instandsetzung des historischen Bechsteinflgels und die Anschaffung weiterer Instrumente: Wir wollen ein Schulorchester aufbauen, sagte Meesmann. (Von Carola Hein)
Quelle: www.maerkischeallgemeine.de
    







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