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Unverstndliche NPD-Parolen 200 Gegendemonstranten behindern in Potsdam die Sommertour der Rechtsextremen


ND [11.8.2012]
Echte Zuhrer findet die NPD nicht. Passanten, die auf die Propaganda der Rechtsextremisten hereinfallen knnten, lassen sich am Freitagmittag auf dem Potsdamer Luisenplatz nicht blicken. Darum spricht Ronny Zasowk, NPD-Kommunalpolitiker aus Cottbus, notgedrungen zu den Gegendemonstranten, die ihn aber weder hren wollen noch verstehen knnen. Denn Trillerpfeifen und ein Lautsprecherwagen der Linksjugend solid erzeugen einen derart ohrenbetubenden Lrm, dass allenfalls Wortfetzen durchdringen. hnlich ergeht es spter dem NPD-Bundesvorsitzenden Holger Apfel, der sich - die Hnde in die Hften gesttzt - bei seiner Rede mangels Alternativen ebenfalls den Gegendemonstranten zuwendet.

Die Polizei hat den Luisenplatz mittels Zunen in zwei Dreiecke geteilt. In der einen Ecke steht der Lastwagen der NPD-Sommertour, bestckt mit vielen Lautsprechern, aus denen zunchst Geplapper vom Band drhnt: ... Deutschland nicht Zahlmeister Europas sein ... raus aus dem Euro, zurck zur D-Mark ... wurden Sie gefragt, ob Sie Ihr Geld nach Griechenland verschenken ... Ihren Arbeitsplatz an Auslnder verlieren ...

Ganz vorn links am Zaun steht Hala Kindelberger, Vorsitzende des Potsdamer Migrationsbeirats und Stadtverordnete der Grnen. Die angebliche Heimatliebe der Faschisten registriert sie mit Kopfschtteln. Ich verstehe das nicht: Wie kann man Deutschland lieben und das machen?, fragt die gebrtige gypterin, die seit 17 Jahren in Potsdam lebt. Es hat niemand dem Image Deutschlands so geschadet wie die Nazis.

Rund 200 Menschen haben sich versammelt, um den Faschisten die Stirn zu bieten. Oberbrgermeister Jann Jakobs (SPD) ist mit der Beteiligung zufrieden - angesichts der Tatsache, dass die Proteste kurzfristig organisiert werden mussten. Auerdem sei ja heute Arbeitstag. Da knnen viele gar nicht erscheinen. Die NPD ist trotzdem deutlich in der Unterzahl. Nicht einmal ein Dutzend Anhnger sind rund um den Laster zu zhlen. Am 15. September, wenn die NPD in Potsdam aufmarschieren will, werden sicher mehr Gegendemonstranten kommen, erwartet der Oberbrgermeister. Denn dieser Termin fllt auf einen Sonnabend.
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Auer Gegendemonstranten und Polizisten kam niemand zur NPD auf den Luisenplatz.
Foto: dpa/Nestor Bachmann

Die Stadtverwaltung konnte der NPD den Luisenplatz nicht verweigern, bedauert Jakobs. Man habe noch berlegt, ob nicht der Brunnen just an diesem Tage mal gereinigt oder das Unkraut zwischen den Pflastersteinen gezupft werden msste. Aber das htte vor dem Verwaltungsgericht keinen Bestand gehabt.

Ein Juso postiert neun lcherliche Gartenzwerge, die den Hitlergru zeigen. Wer mchte, darf sich eine Kugel nehmen und diese Zwerge kegeln. Die Leute finden die Idee prima und amsieren sich. Die Stimmung ist gut. Nur einmal entsteht ein wenig Unruhe, als sieben Polizisten ihre Helme aufsetzen und verdchtig zum Brandenburger Tor schlendern. Pltzlich rennen sie los. Angeblich mchten sie einen Linken schnappen, der einen Stock warf. Doch die Beamten erwischen niemanden. Der Mann ist in der Menge untergetaucht, heit es. Von der Linksfraktion im Landtag konnte niemand kommen. Die Abgeordneten sind zur Trauerfeier fr ihre verstorbene Kollegin Irene Wolff-Molorciuc in Angermnde. Dennoch sind viele Genossen vor Ort, darunter Matthias Osterburg, Schatzmeister des Landesverbandes. Dass einzige, was die NPD-Leute hier bekommen, ist ein bisschen Aufmerksamkeit durch die Presse, aber weil wir da sind, kommen sie nicht an die einfachen Brger ran, findet Osterburg.

Allerdings stellt sich heraus, dass der NPD-Chef weiter entfernt immerhin doch zu verstehen ist. Die auf dem Dach des Lasters angebrachten Lautsprecher tragen seine Hetzrede ber die Kpfe der Gegendemonstranten hinweg. Doch Touristen und Anwohner, die an der Straenbahnhaltestelle in der Charlottenstrae warten, interessieren sich nicht fr Apfels ewige Leier. Dem sollte man eine Spritze in die Gusche geben, schimpft eine alte Dame.

Oberbrgermeister Jakobs uert die Hoffnung, dass die Neonazis bald hier abhauen. Kurz vor 13 Uhr ist es soweit. Der Laster zieht weiter nach Berlin-Tegel. Dort trafen 14 Neonazis auf etwa 50 Gegendemonstranten.
Quelle: www.neues-deutschland.de
    







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