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Kontakte zu iranischem Institut in der Kritik / Antisemitismus-Vorwurf steht im Raum / Dekan wehrt sich


MAZ [15.8.2012]
POTSDAM / NEUES PALAIS - Die Universitt Potsdam sieht sich wegen ihrer Zusammenarbeit mit der iranischen Universitt fr Religionen und Denominationen (URD) in Qom dem Vorwurf des Antisemitismus ausgesetzt. In der auf Englisch erscheinenden Zeitung Jerusalem Post sagt der deutsch-iranische Politologe Wahied Wahdat-Hagh, die Kooperation der Universitt sei ein Weg fr das iranische Regime, seine islamistische Doktrin zu verbreiten und die Politik des totalitren Diktators Mahmud Ahmadinedschad voranzutreiben. Wahied Wahdat-Hagh ist Mitglied des seit September 2009 arbeitenden Expertenkreises Antisemitismus, den der Deutsche Bundestag eingesetzt hat.

Nach Ansicht von Wahdat-Hagh ist die URD eine Propagandaeinrichtung. Er hlt sie fr schlimmer als die Marxistisch-Leninistischen-Institute in der frheren DDR. Ahmadinedschad, der Prsident des Gottesstaates Iran, hat mehrfach das Existenzrecht des Staates Israel bestritten. Westliche Staaten werfen ihm vor, ein vor allem auch gegen Israel gerichtetes Atombombenprogramm voranzutreiben.

Schon im Februar 2011 hatte eine Delegation vom Dekan der Fakultt fr schiitische Studien der URD auch die Universitt Potsdam besucht. Damals hatten die 20 Besucher aus dem Iran einen Eindruck von den Religionswissenschaften im Westen gewinnen, aber auch Kontakte fr einen Austausch von Dozenten und Studenten aufbauen wollen.

Der Dekan der Philosophischen Fakultt, der Religionswissenschaftler Johann Hafner, hatte das Interesse der Universitt Potsdam an dem Kontakt damals damit begrndet, dass die Universitt in Qom die einzige im Iran sei, die sich der Erforschung und der Lehre der lebenden Religionen, ihrer inneren Vielfalt und ihren Spannungen widmet. Im Herbst werden voraussichtlich zwei Doktoranden von der URD an die Uni Potsdam kommen.

Hafner sagte der MAZ, er finde es unmglich, ausgerechnet der Universitt Potsdam Antisemitismus vorzuwerfen, wo wir gerade dabei sind, eine jdisch-theologische Fakultt aufzubauen. Die inkriminierte URD habe auch Kontakte zur Universitt Paderborn und zur Universitt Frankfurt am Main. Wir haben dort Leute getroffen, die sich fr eine historisch-kritische Koranexegese interessieren. Das sei fr den Iran eher ungewhnlich. Um die Vorwrfe zu entkrften, erwge das Institut nun, die URD vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD) und vom Auswrtigen Amt beurteilen zu lassen.

Der Direktor des Potsdamer Moses-Mendelssohn-Zentrums fr Europisch-Jdische Studien in Potsdam, Julius H. Schoeps, sagt allerdings: Ich mache mir Sorgen. Schoeps ist ebenfalls Mitglied des Expertenkreises Antisemitismus.

Er ist sicher, dass die Aussagen Wahdat-Haghs Hand und Fu haben. Das ist ein Fachmann, so Schoeps zur MAZ. Offenbar handele es sich bei der URD um eine Ahmadinedschad-Grndung. In die Auseinandersetzungen wolle er sich aber nicht einmischen. Die Universitt muss wissen, was sie tut, so Schoeps. Allerdings schlage der Vorgang schon international Wellen. (Von Rdiger Braun)
Quelle: www.maerkischeallgemeine.de
    







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