akantifapotsdam



24.2.2007

Opernball FFM

Frankfurt . am Main
15 Uhr . Demo
Ansage Nr. 3 - Opernball 2007
Am 24. Februar findet in Frankfurt am Main erneut der
Deutsche Opernball statt. Hierzu treffen sich wie
in den Jahren zuvor zahlreiche prominente
Funktionstrger aus Politik, Wirtschaft und
Kulturbetrieb um unter dem Motto Das Leben ist
schn ein Fest zu feiern. Nachdem man 2005 noch
unter der Schirmherrschaft des Bundesprsidenten und
mit Untersttzung eines massiven Polizeiaufgebotes die
beschwerlichen Reformen fr den Standort
Deutschland feiern wollte, gibt man sich nach den
Protesten der letzten Jahre nun wieder betont
unpolitisch.
Dennoch rufen ebenfalls wie in den letzten Jahren
linke Gruppen und Studierendeninitiativen zu
Protesten auf. Dieses Mal soll im Rahmen der
Mobilisierung gegen den G8-Gipfel und unter dem Motto
Her mit dem schnen Leben! ein Gegenpunkt gegen die
Selbstinszenierung der gesellschaftlichen Eliten
gesetzt werden. Forderungen des linken Bndnisses
werden voraussichtlich die Erhhung der Hartz
IV-Bezge, die Abschaffung von Studiengebhren und
gleiche Rechte fr alle sein.
Wir werden unseren Teil zu diesem Event wie auch zum
G8-Gipfel in Heiligendamm beitragen, knnen jedoch
solch konstruktivem Rebellentum wenig abgewinnen.
Anstatt also nur an der Inszenierung des Protests von
Demokraten und ande-ren zivilcouragierten
StaatsbrgerInnen gegen die Politik und das Verhalten
der Eliten teilzunehmen rufen wir die radikale Linke
zum antikapitalistischen Block auf; einem Block dem
es selbstverstndlich und maloserweise ums Ganze
geht.
Gegen die unzufriedenen Brger vor und die zufriedenen
Brger in der Oper setzen wir am 24. Februar zusammen
mit dem ums Ganze!-Bndnis darauf, Marketing fr
das so unrealistisch wie notwendige Vorhaben zu
machen, die kapitalistische Gesellschaft endlich zu
berwinden. Gegen die Sinnstiftung fr Rechtsstaat und
Nation, Demokratie und Kapital setzen wir auf
Ausdrucksformen die nicht vereinnahmbar sind und
denen die FreundInnen des schlechten Bestehenden
nichts Positives abgewinnen knnen.

Kritik
Die Bedingung von Kritik ist, dass der/die/das
Kritisierte es besser kann. Jeder Kritik geht also die
richtige bzw. falsche Unterstellung voraus, dass ihrem
Gegenstand eine Potenz innewohnt, die mehr ermglicht.
Folglich macht es wenig Sinn Hunden vorzuwerfen, dass
sie nicht fliegen knnen: Es geht einfach nicht.
Genauso verhlt es sich das Groe spiegelt sich im
Kleinen mit Gesellschaftskritik. Sie macht nur Sinn,
wenn die Unterstellung, dass Gesellschaft letztlich
von Menschen gemacht und dementsprechend vernderbar
ist, wahr ist. Wenn nicht sind Menschen Hunde und alle
Mhe und aller Fortschritt waren umsonst. Nicht
zuletzt, weil nur nebenbei bemerkt der
selbstgemachte Weltuntergang in Form atomarer
Katastrophen oder eines sonstigen (eventuell
endgltigen) Rckfalls in die Barbarei dann
tatschlich nur noch eine Frage zunehmender
Wahrscheinlichkeit ist.
Die Kritik der Gesellschaft die heutzutage eine
zunehmend globale kapitalistische ist setzt
jedenfalls voraus, dass die Gesellschaft auch
grundstzlich anders aussehen knnte. Sie geht daher
davon aus, dass das Leid und die Entfremdung
angesichts der Entwicklung der gesellschaftlichen
Produktivkrfte nicht nur bedauerlich, sondern schon
seit langem schlichtweg unntig ist, also besser heute
als morgen abgeschafft gehrt. Soll dieses Ziel
verfolgt werden, muss jedoch Klarheit darber
herrschen, was genau dieser Kapitalismus eigentlich
ist. Denn Gesellschaftskritik ist nicht das
Herummkeln an scheinbar isolierten Phnomenen,
sondern die Kritik des Funktionszusammenhangs, in dem
diese Symptome stehen. Denn Gesellschaft das ist
mehr als die Summe ihrer Einzelteile. Und
Gesellschaftskritik stellt in Frage und kann daher nur
sagen was jeweils nicht dafr spricht.

Politik
In diesem Zusammenhang zeigt sich, dass der so oft von
radikalen Linken gegen die Globalisierungsbewegung
erhobene Vorwurf der verkrzten Kapitalismuskritik
daneben geht. Denn die
noch so militant vorgetragenen Forderungen nach einer
Steuer auf Finanzspekulationen, gegen den
Neoliberalismus, der Abschaffung von Studiengebhren,
gleichen Rechten fr alle etc. sind keine
Gesellschaftskritik. Das ist Politik. Wenn Kritik die
Funktionsweise der kapitalisti-schen Gesellschaft, die
Sach-zwnge der allseitigen Konkurrenz und Gewalt,
die Totalitt der Herrschaft der noch so fair
produzierten Dinge ber ihre Produzenten also die
Entfremdung des menschlichen Wesens aufheben will
und dementsprechend keinen konstruktiven Standpunkt
vertreten kann, ist Politik die Vermittlungsform von
Konflikten innerhalb der brgerlichen Gesellschaft. Wo
die Kritik den Knig gekpft hat und beispielsweise
wei, dass die bsen Ackermnner auch nur noch
traurige Charaktermasken sind, kmpft die Politik mit
Korruptionsvorwrfen und Moral um ihren Anteil.
Politik heit konstruktive Verbesserungsvorschlge und
Richtungsforderungen aufstellen. Politik macht
keine Geschichte indem sie durch Selbstorganisation,
Vergesellschaftung der Produktionsmittel, durch
Partei, Besetzung und Generalstreik endlich in den
Lauf der Dinge eingreift, sondern ist in ihren lahmen
Appellen und Konzepten stets auf den Staat als
Materialisierung der faulen Allgemeinheit verworfen.
Dieser fasst bekanntlich die gegenstzlichen
kapitalistischen Interessen zusammen und sichert durch
sein Gewaltmono-pol die Geschftsgrundlage. Er
konstitutiert die Nation, diesen vorgeblichen
Schicksalszusammenhang zwischen den Menschen. Der
Staat ist folglich ein Arschloch. Und der Politik geht
es nicht um die Aufhebung ihrer eigenen Grundlagen
Staat, Nation, Recht und Kapital sondern darum,
Probleme und Unzufriedenheit innerhalb der bestehenden
Ordnung zu lsen.

Unterschied ums Ganze!
Nun ist Politikmachen trotzdem nicht unbedingt das
schlechteste. Denn tatschlich ist selbst die
kapitalistische Gesellschaft nicht ein monolithischer
Block, sondern unterliegt schwankenden
Krfteverhltnissen.
Folglich ist es ein Unterschied, ob mensch es in
seiner Umgebung beispielsweise mit Horden von Nazis
oder aufgeklrten Demokraten zu tun hat. Oder ob
mensch verhungert oder eben nicht, oder ob mensch
studieren kann oder eben nicht oder auch wie sehr
mensch berwacht wird schlielich ist das Leben
kurz. Und nach dem fast gnzlichen Aufgehen der
linksliberalen Szene im Standort Deutschland muss die
radikale Linke vieles mitmachen.
Alles andere wre nicht nur zynisch, sondern
schlichtweg dumm. Dementsprechend ist es natrlich
auch das gute Recht jedes Staatsbrgers, gegen die
aktuelle Politik des Staates zu protestieren. Auerdem
lsst sich mit Leuten, die zumindest versuchen,
selber zu denken nicht nur netter zusammen leben,
sondern auch tatschlich eher darber reden, wie das
falsche Ganze vielleicht doch noch zu berwinden ist.
Und dafr ist es sicherlich sinnvoll, den
unmittelbaren politischen Gegner auch als solchen zu
behandeln und sich dafr nicht nur am Strafgesetzbuch
zu orientieren.
Politik kann also Vorfeldarbeit fr die Revolution
sein. Mehr aber auch nicht. Denn wer nicht mit den
Funktionsprinzipien dieser Gesellschaft bricht, der
ist (siehe attac bis Linkspartei) dazu gezwungen sie
zu reproduzieren. Man sollte also seine
Interventionen nicht als revolutionr ausgeben,
wenn sie es nicht sind. Was sich dagegen anbietet,
ist, zumindest die Rationalisierung der Politik durch
die Anerkennung ihrer notwendigen Beschrnktheit.
Eine emanzipatorische Bewegung msste, da sie aus
Objekten der (Staats-) Gewalt Subjekte der Geschichte
machen will, aus dieser Erkenntnis jedoch letztlich
das Ziel der Abschaffung von Politik und Staat
ableiten.
Spiel nicht mit den Schmuddelkindern
Doch auch die reformistische Linke darf sich nicht
selbst ins Bein schieen: Es stellt schlie-lich einen
massiven Unterschied dar, ob mensch das Bestehende im
Rahmen dieser Ordnung verbessern will oder
reaktionre Strmungen untersttzt und damit diese
Verhltnisse noch verhrtet.
Die Linke braucht sich nicht den Kopf von Staat und
Kapital zerbrechen; wenn sie es dennoch macht, dann
kommt meistens nur noch Schlimmeres raus. Wo die
Forderung nach Schuldenerlass fr die Dritte Welt
oder der Abschaffung von Studiengebhren als solche
nachvollziehbar sind, ist die Reproduktion von dumpfem
Arbeits- und Leistungsfetisch und antisemitischen
Stereotypen re-aktionr.
Denn auch wenn Koch und Bush durch die Gegend wanken
wie die letzten Marionetten die Fden zieht niemand.
Vielmehr machen Chefs brgerlicher Staa-ten
legitimerweise das, was sie
und die Mehrheit ihrer Whler als aktuell beste
Entsprechung der im brgerlichen Sinne
unhintergehbaren Zwnge des Kapitalismus ansehen. Das
ist Demokratie Verein freier Menschen ist was
anderes.
Es hilft nichts, sich selber dumm zu machen. Und Lgen
ber die Gesellschaft sollte die Linke getrost den
Faschisten berlassen. Es gibt also schon gar keinen
Grund, so zu tun, als ob man etwas gegen den
Kapital-ismus habe, wenn man doch eigentlich nur
seinen Objektstatus im neoliberalen Staat gegen jenen
im miefigen Sozialstaat tauschen will.

Gewalt und Spektakel
Gewalt, das sind im Kapitalismus immer die anderen.
Und auch im Vorfeld der diesjhrigen Opernballdemo
wird in den einschlgigen Medien wieder von
Randalieren und Polithooligans die Rede sein.
Nicht nur die vollkommen bertriebenen zwischen
Faszination und betonter Emprung schwankenden
Berichte der BILD-Zeitung zu solchen Anlssen zeigen,
wie sehr das Selbstverstndnis der brgerlichen
Gesellschaft vom Thema Gewalt berhrt wird.
Weil sie sich nicht eingestehen kann, dass entgegen
ihrem Anspruch, mit Gewalt und Irrationalitt
aufgerumt zu haben die heutige Gesellschaft auf
Gewalt beruht wird diese externalisiert. Obwohl nicht
nur der Staat als institutio-nalisierte Gewalt mit
seinen Ab-schiebungen, Polizeieinstzen, Kriegen,
Arbeitsmtern etc. sondern vielmehr die ganze
kapitalistische Gesellschaft auf der strukturellen
Gewaltttigkeit, der allseitigen Konkurrenz aller
gegen alle beruht, steht diese immer wieder
fassungslos vor den Ergebnissen ihrer eigenen Ordnung.
Gewalt wird so zum Spektakel, zum ffentlichen und
faszinierenden Anderen der doch eigenen
Vorraussetzungen.
Dementsprechend werden in dieser Wahrnehmung auch alle
Qualitten kassiert: Ob religiser Terrorismus,
rassisti-sche Brandanschlge oder ziel-gerichtete
Militanz gegen einen Abschiebeknast spielt fr den
Staatsanwalt keine Rolle. Eine fortschrittliche
Bewegung muss dagegen die Logik der gewaltttigen
Gewaltlosigkeit zurckweisen und die Erkenntnis stark
machen, dass die vorgebliche Gewaltfreiheit der
gesellschaftlichen Mitte doch nur im Windschatten des
staatlichen Gewaltmonopols steht.
Gleichwohl kann Gewalt gerade aufgrund ihrer Herkunft
aus eben dieser Gesellschaft kein Gradmesser fr
Radikalitt sein. Nicht zuletzt, weil eine
militrische Auseinandersetzung heutzutage aus
emanzipatorischer Perspektive nicht zu gewinnen ist.
Vielmehr gilt es, sich nicht fr die natrlich
berechtigte Anklage gesellschaftlicher
Fehlentwicklungen einspannen zu lassen, sondern
sinnentleert im besten Sinne dem Kapitalismus
symbolisch den Spiegel vorzuhalten und die allseitige
Gewaltttigkeit zu thematisieren mit der
Verantwortung fr jene Perspektive, die auf nicht
weniger als ein Ende der Gewalt zielt.

Tokio Hotel fr alle?!
Egal ob die Kinderband Tokio Hotel nun dieses Jahr
tatsch-lich zum Opernball kommt oder nicht auch das
offizielle Programm des Opernballs verweist mit
Mainacts wie Deutschlands ltestem RocknRoller
Peter Kraus oder Kim Wilde die in den letzten Jahren
vor allem als Grtnerin in englischen TV-Shows
aufgefallen sein soll auf das Problem der Forderung,
diesen Luxus auf alle auszuweiten.
Hieran zeigt sich das grundstzliche Problem einer
ober-flchlichen Betrachtung des Kapitalismus, die
diesem nur fehlende Verteilungsgerechtigkeit
vorwerfen kann. So richtig beispielsweise die Parole
Luxus fr Alle! nach wie vor als symbolische
Bestimmung der Perspektive gegen Verzichtsethik und
Arbeitswahn ist, so begrenzt erweist sich ihr
kritischer Gehalt an der brgerlichen Realitt.
Denn auch Ticketpreise von ber 200 Euro, groes
Buffet und eine Vielzahl von Mitgliedern der
sogenannten Elite ndern nichts daran, dass der beim
Opernball so mhsam zur Schau gestellte Luxus nur
einen matten Abglanz des Mglichen darstellt.
Das Problem ist also nicht nur, dass die Orgien hier
groes Fressen und Schlemmen im Kapitalismus eben
leider nicht fr alle da sind, sondern vielmehr auch,
dass das, was hier als Luxus prsentiert wird,
eigentlich langweiliger Spieerkram ist: Wer Roland
Koch schon mal zu Deutschlands ltestem RocknRoller
Peter Kraus mit einem Leuchtstbchen in der Hand
und Nudeln mit Hackfleischsauce auf dem Teller hat
tanzen sehen, der wei was gemeint ist. Nichts
gegen Nudeln, aber am Fakt, dass man nicht so genau
wei, ob die Deko des Opernballs oder die Besucher
langweiliger und verbrauchter aussehen, zeigt sich,
dass das Problem eben doch das Verhltnis der Menschen
zu den von ihnen selbst produzierten Dingen ist.
Nicht die Quantitt des Wohlstands, sondern vor allem
die fehlende Qualitt der im Kapital- ismus fr den
Zweck des Marktes produzierten Gter ist es, die die
Entfremdung des Menschen anzeigt. Entsprechend
geschichtsohnmchtig verhalten sich denn auch die
Menschen untere- inander. Hierauf fut die falsche
Wahrheit dieser Gesellschaft, die zugleich auch die
grte intellek- tuelle Zumutung ist, nmliche jene,
in einer ange- blich menschlichen Gesellschaft zu
leben, deren Insassen sich aber trotzdem bei jeder
Gelegenheit ganz offen zu Sachzwngen bekennen. Fr
die radikale Linke kann das nur die Forde- rung
bedeuten, diesen schlechten Luxus auf alle auszuweiten
um dann aber schleunigst darber hinaus gehen zu
knnen. Oder wie ein irakisch- er LKW-Fahrer jngst
den Sachverhalt treffender zusammenfasste Three
years ago it was my dream to own a truck, now I want
to burn it.

Symbole vs. Symbole
Keine Frage, die Aussichten auf eine positive
Umwlzung der Verhltnisse sind verschwindend gering.
Die Guten sind wenige, zersplittert und haben
psychische Probleme. Eine antikapitalist- ische Praxis
die streng genommen schon ihre eigene Aufhebung
durch den radikalen Bruch, die Revolution wre ist
nicht in Sicht. Das macht es jedoch umso notwendiger,
als Radikale aufzutre- ten und ffentlich zu sein.
Gerade weil man den Kapitalismus nicht ka-
puttschlagen, sondern nur durch Kmpfe fr eine hhere
Form gesellschaftlicher Organisation aufheben kann,
gilt es, Werbung fr eine radikale Kritik und Praxis
zu machen; gilt es, sich Events wie des Opernballs und
des G8-Gipfels zu bedi- enen, die als Symbole dafr
stehen, welche (im doppelten Wortsinn) ungeheueren
Reichtmer diese Gesellschaft einerseits schafft und
die doch derartig mit Herrschaft infi ziert sind, dass
es nur so kracht. Hier bietet es sich an, Kontakt
aufzunehmen und der politischen Sinnstiftung fr den
gan- zen irrationalen Mist, fr Nation und Staat, eine
so symbolische wie unkonstruktive Absage zu erteilen.
Es gilt auf die Strae zu gehen, um deutlich zu
machen, dass demonstrieren fr ein schnes Leben nicht
viel bringt. Denn Kriterium der Gesellschaftskritik
ist nicht Recht haben, sondern die Verwirklichung
jener Wahrheit, dass die Menschheit doch keine
fehlgeschlagene Laune der Evolution sind also die
grundstzliche Vernderung der Gesellschaft, die
Machbarkeit der Geschichte.

Kritik und Praxis
Da die Kritik der Gesellschaft selbst aus dem falschen
Ganzen kommt, muss sie sich die Hnde schmutzig machen
und sich in die Widersprche begeben, denen sie selbst
entstammt. Sie tut dies jedoch nicht als diffuser Teil
einer Bewegung der Bewegungen, sondern als Ver-
sprechen einer jenseits der Events einzulsen- den
Organisierung und Praxis. Das ist wichtig. Denn der
schickste riot ist nur so gut wie die
Gesellschaftskritik und deren Organisierung, die
dahinter aufscheint. Zeigt sich doch in diesem
Zusammenhang immer wieder, dass das Gipfel- Hopping
der radikalen Linken vor allem Aus- druck ihrer
eigenen Schwche ist. Wichtiger als die fortwhrende
Produktion von symbolischen Aktionen die wie eine
Flaschenpost das bestim- mte Nicht-einverstanden-sein
mit ungewissem Adressaten verbreitet wre
schlielich Subver- sion, die den Alltag tatschlich
aus dem Tritt bringt. Knnten wir z.B. die Uni
besetzen und halten wrden wir es machen knnen wir
aber nicht, weil wir schlichtweg zu wenige sind. Wer
an dieser Ohnmacht etwas ndern will, der ist gerade
in ohnmchtigen Zeiten zur symbolisch- en Praxis
verdammt. Die Erkenntnis der eigenen Schwche
impliziert also die Notwendigkeit, vor und nach den
Events die eigene Vernetzung und den internationalen
inhaltlichen Austausch in Maulwurfsarbeit
voranzutreiben. Und bei diesen Events gilt es so
oder so deutlich zu machen, dass nur der Bruch mit
den Funktionsprinzipien dieser Gesellschaft ein
schnes Leben fr alle bringen kann. Groe Aufgaben,
keine Frage, aber niemand hat behauptet, dass es
einfach werden wrde. Auerdem wre, kleine Brtchen
zu back- en schon mal wieder ein Anfang. Wenn man sich
also endlich darauf einigen knnte, dass der Kampf fr
eine bessere Zukunft nicht der um eine andere Welt,
nicht fr mehr Bafg und gegen Kfi ghaltung sondern
einer ums Ganze ist, dann wre schon viel gewonnen.
Sonst bleibt das Glck immer nur zum Greifen nah. In
diesem Sinne:

Join the anticapitalist block!

Her dem schnen Leben: happiness is just around the
corner Kapitalismus abschaffen!


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Aus Berlin wird es Busse zu den Opernball-Protesten in Frankfurt am Main geben. Tickets sind fr 10 Euro bei den Buchlden Schwarze Risse (Gneisenaustrae 2a, U-Bhf. Mehringdamm und Kastanienallee 85, U-Bhf. Eberswalderstr.) zu erwerben.

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